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Title: „Live In Freiburg“
Year: 2013
Format: Live-Split LP/CD (Digipack)/Didital Download w/ The Oppressed
Label LP: Mad Butcher Rec. (MBR 145), Mangy Little Mut Rec., Casual Rec. (CR 024)
Label CD: Mad Butcher Rec. (MBR 145), Mangy Little Mut Rec., Radikal Rec. (RR 022)
Studio: Live / Mixed & Mastered at Mellsonic Studio
Status: Available

Enraged Minority:
1. Rude‘n'Rebel
2. On The Road
3. Without You
4. Partisans
5. Antifascist (with Roddy)
6. Fence Sitter Cunts
7. The Street Are Ours

The Oppressed:
1. Work Together
2. Ultra Violence
3. Monkey Man
4. Skinhead Girl
5. Urban Soldiers
6. Victims
7. The AFA Song (with Daniel)


REVIEWS

PLASTIC BOMB
THE OPPRESSED / ENRAGED MINORITY | „Live At Crash Freiburg“
Der Gig fand am 12. November letzten Jahres im Crash in Freiburg statt. Hier also jetzt die Platte zum Konzert bzw. ein kleiner akustischer Ausschnitt des Selbigen. Beide gefeaturten Kapellen teilen sich besagten Tonträger sozusagen brüderlich, sowohl THE OPPRESSED als auch ENRAGED MINORITY sind jeweils mit 7 Songs vertreten. Positiv überrascht bin ich von ENRAGED MINORITY, fand deren Studioplatte zwar nicht übel, aber live kommen die Songs scheinbar noch um einiges mächtiger. Sehr enthusiastische und spielfreudige Darbietung. Weiß nicht ob es am Heimspiel lag, oder am gemeinsamen Gig mit Roddy & Co, oder ob die Freiburger live immer so abgehen. Kann man wirklich nur den sprichwörtlichen Hut vor ziehen, macht auch defensiv Lust auf ENRAGED MINORITY live und in Person. Auch die SHARP-Ikonen von THE OPPRESSED waren hörbar in bester Spiellaune. Kein bloßer Pflichtauftritt, man hört echt mehr als deutlich, dass die altehrwürdigen Herren aus England wirklich Bock auf diesen Abend hatten. Songauswahl ist auch äußerst gelungen. Vermisse eigentlich nur den alten Gassenhauer „Joe Hawkins“. Kann mir nicht wirklich vorstellen, dass ausgerechnet der Song nicht gespielt wurde. „Work Together“, „Ultra Violence“, „Urban Soldiers“, „Victims“, „The AFA Song“, und die beiden Cover von „Skinhead Girl“ (SYMARIP) und „Monkey Man“ (THE MAYTALS) haben es aber auf die Platte geschafft und lassen auch ansonsten wenig Wünsche offen. Eine weitere Platte für den kleinen und illustren Kreis hörbarer Live Platten. Sollte man allerdings stets so laut machen, dass die Nachbarn auch was von haben. Die amtliche Produktion gibt dat auf jeden Fall her. (www.madbutcher.de) -Basti-

PLASTIC BOMB
THE OPPRESSED/ENRAGED MINORITY | “Live at Crash Freiburg”
Im November letzten Jahres gab es im Freiburger Crash ein kleines Festival mit THE OPPRESSED, ENRAGED MINORITY, STREETS OF RAGE und THE MALADROITS, wobei Jonas erst genannte Bands aufgenommen hat. ENRAGED sind gerne on the road und teilen dem Publikum mit, dass sie gerne über die Strenge schlagen, provozieren, aber wissen, wo sie stehen. Im Boot boy-Schunkel Pogo-Beat kriegen Nazischweine aufs Maul und bei “Partisans” gibt’s kein Halten mehr. Da wird in überschwänglicher Art und Weise gerade-heraus geklotzt und gefeiert! Die Feierlaune wird mit Roddy besiegelt, der den Refrain von “Antifascist” grölt, als seien ihm die Nazis auf den Fersen und der Weckruf mobilisiert die eigenen und alle antifaschistische Kräfte aus dem Bezirk und Umgebung. Zuguterletzt wird mit dem GUERILLA-Cover “The streets are ours” alles klar gemacht und der nazi scum weggefegt.
Das kollektive “Alerta antifascista” vom Publikum hätte ruhig länger eingefangen werden können. Dann aber THE OPPRESSED. Hat Roddy eine Zahnlücke oder warum lispelt er? Egal, er brüllt und röhrt wie ein aufgescheuchtes, ungezähmtes, wildes Tier in der Brunft. Im Midtempo werden “Work together”, “Ultra violence” und andere SHARP-Goldies hart und kantig serviert, klassischer OI-Punk mit simplen Riffs und eingängigen Melodien, die den Straßenkämpfer sicher durchs Revier begleiten, wachsam und siegessicher. Fighting for freedom! Eine gute Zeit! Come on let’s go!!!

CRAZY UNITED
THE OPPRESSED/ENRAGED MINORITY | “Live at Crash Freiburg”
Harter Sound den die Jungs von den noch recht frischen Enraged Minority hier auffahren! Während The Oppressed definitiv zu den lebenden Legenden im Bereich UK-Oi! zählen, stehen Enraged Minority noch ziemlich am Anfang ihrer Karriere. Eigentlich fragwürdig ob die Welt nach nur einem Debut-Album und einer Ep schon auf eine Live-Scheibe von den Jungs gewartet hat. Andererseits aber auch egal, denn selbst wenn es hier etwas holprig und rauer zu Werke geht, merkt man Enraged Minority die Spielfreude live auf der Bühne dennoch an. Die Band steht voll und ganz hinter ihrem Sound der für reinen Oi! dann doch etwas zu schnell durchrauscht. Ich würde das ganze eher in die Schiene Antifascist Street-Punk mit einer groben Kelle Oi! einsortieren. Schimmerten auf dem Debut für meine Begriffe noch die Cockney Rejects durch, so wirkt das ganze live schon eine grobe Spur härter und wütender. Während die ersten drei Songs dadurch so ein bisschen an mir vorbei liefen, geht “Partisans” dann doch ins Ohr und kann durchaus mitreißen. Danach kommt “Antifascist” mit Roddy Moreno zur Unterstützung ebenfalls gut weg. Die anderen Songs sind nicht unbedingt schlechter, wollen bei mir aber nicht so richtig zünden, was aber auch nur halb so tragisch ist, denn der zweite Teil von The Oppressed holt das ganze dann wieder locker raus. The Oppressed beginnen ihr Set direkt mit den 2 Klassikern “Work Together” und Ultra Violence”. Da wird natürlich direkt mit gesungen, kein Wunder das The Oppressed hier ganz klar hervorstechen. Die Engländer sind lang genug im Geschäft und wissen einfach wie man zum einen das Publikum mitreißt und zum anderen wie Oi! funktioniert. Da laden die beiden Cover-Songs “Monkey Man” und “Skinhead Girl” ebenfalls ein ordentlich mit zu gehen um danach nochmal zwei altbekannte Titel wie “Urban Soldiers” und “Victims” hinterher zu schieben. Den Abschluss macht dann ein Song aus der späteren Phase der sich live nicht hinter dem klassischen Stoff verstecken braucht. Die Rede ist hier von dem Stück “The AFA Song” wo dann Enraged Minority auch nochmal zum Mikro als Untertützung greifen dürfen. Alles in Allem gefällt mir die Seite von The Oppressed definitiv eine ganze Spur besser, was aber dementsprechend vorhersehbar war. Zum einen ist es sicherlich nicht einfach als noch junge Band eine Split mit einer so bekannten Band zu teilen, aber zum anderen spricht das auch für The Oppressed die einer jungen talentierten Band hier die Chance geben sich einem größeren Publikum vorzustellen. The Oppressed waren schon immer relativ nah an der Szene und beweisen das auch wieder eindeutig mit dieser Split-Scheibe. Ob man das ganze jetzt als Live-Aufnahme zu Hause haben muss sollte jeder für sich selbst entscheiden. Ich hätte mich über neues Material noch mehr gefreut, von daher gibt es hier eine gute durchschnittliche Drei für das Teil! Note: 3 Daniel

MOLOKO PLUS
THE OPPRESSED/ENRAGED MINORITY | “Live at Crash Freiburg”
Live-Split-Schallplatten sind – mit Verlaub – meist nicht sonderlich sinnvoll. Zumal wenn, wie hier geschehen, zwei Bands zusammengeklatscht werden, deren verbindendes Element eigentlich nur die (löbliche) gesellschaftspolitische Grundhaltung ist.
Na ja, Enraged Minority waren nun mal die örtliche Vorgruppe und wahrscheinlich werden sie es auch bleiben, denn der relativ zackige Punk, den die Freiburger hier kredenzen ist spannungsarm und klingt farblos.
Hat man das dann überstanden kommt Meister Morenos Altherrentruppe und stellt unter Beweis, dass sie ihr kreatives Pulver bereits 1984 verschossen hatten: Im Set finden sich neben den üblichen Covern („Monkey man“ / „Skinhead Girl“) tatsächlich fast ausschließlich die Stücke von den beiden ebenso begnadeten wie legendären EPs aus 1983 – mit einer einzigen Ausnahme („The AFA Song“). Etwas wenig, aber in den vergangenen 30 Jahren kam dann eben auch nicht mehr viel. Mit dem Tiefpunkt „We can do anything“, der reinen Coverplatte von 1994. Ziemlich schlimm.
Die (natürlich an sich genialen) Songs als solche sind gut interpretiert und die Aufnahme geht in Ordnung, ist aber letztendlich überflüssig und entbehrlich. Sir Paulchen