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Title: „Enraged Minority“
Year: 2010
Format: CD
Label: Diffidati Rec.(DR 014), Casual Rec.(CR 004), Anfibio Rec.
Studio: Mellsonic Studio
Status: Available

01. Enraged Minority
02. Antifascist [download]
03. Thugs In Uniforms
04. E.Z.L.N.
05. Stay Young
06. Working Class
07. D.I.Y.
08. Customs Officers
09. Partisans
10. It’s Up To You
11. Fence Sitter Cunts [download]

(Click on the title to read the lyrics)


REVIEWS

UGLY PUNK
ENRAGED MINORITY | „s/t“
ENRAGED MINORITY, eine mir bis dato unbekannte Band aus dem schwäbischen Rheinfelden, die aber wohl gar nicht so unbekannt ist, wie ich bis eben vermutete, denn Konzis mit TALCO, LOS FASTIDIOS oder den ANGELIC UPSTARTS sind ja schon ganz ordentliche Haunummern.
Verschrieben hat sich das Quartett dem guten alten Streetpunk. Ein solides Brett aus roher Härte, schrammeligen Gitarren und dominantem Bass lässt die Boxen vibrieren.
Noch besser als die Musik finde ich die kämpferischen, klar antifaschistisch positionierten Texte, bei denen man deutlich die Wut zu spüren bekommt, die sich bei ENRAGED MINORITY scheinbar schon ne´ ganze Weile aufgestaut hat und nun mit der Musik als Ventil herausgelassen wird. So direkt, aussagekräftig und auf den Punkt gebracht, wie die Schwaben in ihren Texten sind, beende ich jetzt auch die Besprechung… Das Teil kickt Ärsche, aber ganz gewaltig! [Spike]

CRAZY UNITED
ENRAGED MINORITY | „s/t“
Kurz und knackig, aber dafür genauso geradlinig und entschlossen kommen Enraged Minority mit ihrem Debut ums Eck. Die 4 verteidigen ihr Territorium mit gutem Streetpunk, ohne sich an die bekannten Szenegrößen aus Amerika zu orientieren. Das gibt definitiv schon mal einen Bonuspunkt!
Beschreiben lässt sich das ganze als eine Mischung mit der Einfachheit und Geradlinigkeit der Cockney Rejects, dem rauen Oi! Charme von The Oppressed und Einflüssen des 82er UK Punks. Die 11 Songs bringen einiges an Energie mit, denen man die einfache Produktion zwar anhört, aber gerade deswegen umso sympathischer ankommt. Enraged Minority haben hier keine überproduzierte Studioscheibe zusammen gespielt, sondern 11 einfache Songs von der Straße für die Straße geschrieben, mit jeder Menge Wut ohne Angst davor anzuecken. Antifaschistische Texte über die Working Class und auch über Kids in der Szene, die den Arsch nicht hoch kriegen, um was eigenes zu starten, untermauern hier den sympathischen Status der 4 Jungs. Die Baden-Würtemberger scheinen sich bewusst dafür entschieden zu haben die CD oder besser gesagt den Inhalt recht einfach zu halten, was dem Album wirklich gut steht. Manchmal ist weniger eben mehr und so kann ich nur sagen Daumen hoch!
Die CD lief hier einige Male hintereinander durch ohne dass sich ein Ausfall zeigt. Ok, mit 25 Minuten ist das Teil recht kurz geworden, aber wer einfachen Streetpunk mit Oi! Kante mag, wird hier wirklich gut bedient. Knapp, geradlinig und auf den Punkt gebracht, haut hier jeder einzelne Song wirklich gut rein! Note: 2+ [Daniel]

PLASTIC BOMB #72
ENRAGED MINORITY | „s/t“
Antifaschistischer Oi!, der klar weiß wo er steht und alles andere als unpolitisch ist. Dennoch hat man mit unpolitischen Leuten solange sie klar gegen Faschismus und Rassismus Stellung beziehen an sich kein Problem. Leuten die auf allen Hochzeiten tanzen wird im Song „Fence Sitter Cunts“ zurecht ne deutliche Abfuhr erteilt.
Musikalisch sicher zwar noch ausbaufähig klingen die Jungs ein bisschen so wie ne AZ-Version von GUTS AND GLORY, ebenfalls mit klaren Ansagen und ohne das heutzutage von vielen Leuten übliche Rumgeeiere. Spielen wahrscheinlich auch gerne überall für eine handvoll Euros oder Spritkohle. [Basti]

UNDERDOG
ENRAGED MINORITY | „s/t“
ENRAGED MINORITY spielen einfach strukturierten rumpeligen Punk vonna Straße, leicht antiquierter aber geiler Sound, besitzen eine antifaschistische Attitüde und plakative Texte, die die Faust aus der Tasche holen, auf den Putz hauen und die paramilitärische Rotfront stärkt. Die radikale Wirkung entfaltet sich in der Einfachheit der Arrangements. Schräg, aber heftig und laut, bewegen sich ENRAGED MINORITY durch die Schlupflöcher im sozialen Netz, umschiffen das großkapitalistische System und erzeugen mit ihrer direkten Spielart und dem krachigen Sound eine Atmosphäre wie in den 80er Jahren, als sich der politische Teil der Punkbewegung an linke Positionen und der Hausbesetzer-Szene annäherten und der Do-it-yourself-Gedanke linke Läden und Plattenläden hervorbrachte. Musikalisch angelehnt an englische Punkbands der 2. Generation arbeitet die Band an eine Protestbewegung, die simpel aber effizient die (sozialistische) Arbeiterklasse stärkt, das Bürgertum erschreckt und mehr ist, als 3 Akkorde und Dosenbier. Stay young, stay rebel!

LA FAUTE A QUI? #12
ENRAGED MINORITY | „s/t“
Le premier album des allemands est sorti en co-prod sur le label lorrain Casual Records (Achète !). Ils nous servent là 11 titres de Streetpunk très efficace chanté en anglais, dont une reprise des Blaggers.
Ca joue vite et bien, sans faire de manières et toujours bien rentre-dedans. Le son de gratte est assez clair, beaucoup moins lourd qu’un Loikaemie ou Forbidden Kings par exemple (ce qui n’est pas pour me déplaire), et la basse est bien présente.
Les textes parlent de l’antifascisme, de leur haine des flics, de la working class… bon OK, c’est pas super original pour le genre, mais c’est écrit – et chanté – avec conviction et sincérité. Non contents de signer là un très bon album, ils ont également partagé récemment la scène avec pas mal de pointures (Oppressed, Angelic Upstarts, Blaggers pour ne citer qu’eux…) et dégagent en concert une énergie communicative (qu’il y ait 10 ou 500 personnes dans la salle…). Alors vivement la suite et les prochaines dates en France !

MOLOKO PLUS # 42
ENRAGED MINORITY | „s/t“
Gegründet im Jahre 2007 haben sich die Jungs aus Rheinfelden dem antifaschistischen Streetpunk verschrieben.
Den verstehen sie auf der 11 Song Debut CD auch ordentlich rüberzubringen – musikalisch gibt es recht flotten, eingängigen Punk auf die Ohren und die Refrains sind auch nicht ohne und man hat recht schnell das Bedürfnis, einfach mal mit zu gröhlen … sofern man sich mit dem 100 % antifaschistischen Grundgedanken, der sich durchs komplette Album zieht, identifiziert.
Textlich wird sich in englischer Sprache versucht, was teilweise nicht so gut klappt, weil hier der Wortschatz einfach oft nicht auszureicht, um dem komplexen Thema gerecht zu werden. Das ganze wirkt dann manchmal leider wie eine Aneinanderreihung wichtig klingender Phrasen ohne wirklichen Inhalt. Beim Song „working class“ heißt es im Refrain z.B. „antifascist working class – anticapitalist working class“ – das klingt zwar irgendwie wichtig, hört sich aber an, als würden Studenten auf ’ner Opelaner Demo zum Arbeitsplatzerhalt MLPD-Flyer verteilen und beide Seiten sich gegenseitig nicht verstehen. Auch ein heroischer Song über antifaschistische Partisanen, Polizeigewalt gegen Antifaschisten und den Zusammenhalt der Szene über den Gedanken des – wie sollte es anders sein – Antifaschismus, sind auf Länge der ganzen CD vielleicht manchmal etwas zu viel des Guten, vor allem wegen der – ähem – bestechenden Einfachheit des Textmaterials.
Insgesamt gibt es für die Musik 6 Punkte, für die recht holprigen Texte aber nur 3, was zusammen leider nicht fette 9, sondern nur einen Durchschnitt von 4,5 Punkten ergibt. [Dr. Seltsam]

OX #92
ENRAGED MINORITY | „s/t“
Schon beim Intro im Radio-Style mit SWEETs „Join the revolution“ – Textzitat aus „Teenage rampage“ versucht man mich gleich auf seine Seite zu ziehen. Gelingt ganz gut und die schrammelnden Gitarren beim Opener „Enraged Minority“ verheißen besten Streetpunk – räudig, nicht schön gemixt, Street-Attitude, wie man halt so schön sagt. Beim Refrain gehen die bengalischen Feuer im Hirn allerdings schon wieder aus und stattdessen bimmeln die Alarmglocken so langsam. Das klingt so schief gesungen, irgendwie stoße ich mich gerade daran. Na ja, schön ist die Gesellschaft ja auch nicht, mit all ihren Problemen und hässlichen, menschlichen Umtrieben.
Deshalb hält mich der nächste Song mit dem Kampfrefrain „Come on, come antifascists!“ auch wieder bei Laune. Kommt auf einer Demo oder im Stadion bei St. Pauli bestimmt klasse, wenn die Ultras anno 2010 mittlerweile nicht schon ausgefeiltere Schlachtgesänge in ihre Reihen hätten. Na ja, vielleicht im Rheinfelder Bolzplatz noch ganz nett, wo die Band herkommt, denke ich mir so beim Weiterhören.
Spätestens nach Track sechs aber geht mir die Scheibe dann langsam auf den Sack, wenn im selben Refrainschema und fast gleichem Sound jetzt „Working Class antifascists“ geshoutet wird. Sehr einfallsreich, gelle? Genau. Und so geht’s munter weiter mit einem Partisanen-Song, der aber auch keine (Punkrock-)Party entfachen will. Doch, Halt … der letzte Song „Fence sitter cunts“ ist´n Knaller vor dem Herrn! Na also, geht doch. Leider unterm Strich zu wenig für meinen Geschmack, sorry. (3) [Christian Fischer]

SECRET AGENT #3
ENRAGED MINORITY | „s/t“
Das erste Album der einzigen Redskin-Band aus Rheinfelden und gleich ne Empfehlung wert. Die Vier spielen astreinen Streetpunk ohne Schnörkel, der richtig gut nach Vorne und ins Ohr geht und bei dem ich mich ab und an dabei ertappe, mitzusingen.
Die Texte gehen auch absolut in Ordnung, es wird von Antifaschismus, Polizeigewalt (inklusive Hinweis auf die Haymarket-Riots, was mir besonders gut gefällt), Abschiebungen und der Arbeiterklasse gesungen. Gefällt mir! Auch ein Lied über den zapatistischen Aufstand in Mexiko ist dabei, was mir als dieser Bewegung doch eher zugeneigtem Menschen besonders gefällt. Der unbestrittene Hit dieser CD ist aber das letzte Lied, „Fence sitter cunts“, welches sich gegen die Grauzone richtet. Leider muss ich grade an dem Lied aber meinen einzigen Kritikpunkt anbringen: mir würden tausend andere passende Schimpfwörter für die Grauzone einfallen als ausgerechnet das doch eher sexistische „cunt“. Aber nun gut, es ist einsilbig, es passt gut zur Musik, und es ist Streetpunk und nicht …But Alive.
Alles in Allem ne durchaus empfehlenswerte Platte von einer der wenigen musikalisch wie auch textlich guten Streetpunkbands aus Deutschland.
9/10 [B]

POGORADIO
ENRAGED MINORITY | „s/t“
Enraged Minority machen genau die Musik, die ich eigentlich bei der Band mit dem Namen Leftside erwartet habe – linken Oi Punk.
Genauso, wie man ihn schon hundert Mal in Jugendzentren gesehen hat. Hymnische Parolen, die jeder nach dem ersten Hören mitgrölen kann, etwas schräg gesungen und schrammelig gespielt. Das Rad soll dabei weder neu erfunden, noch besonders weit bewegt werden, sondern eigentlich spielt man dieselben drei Akkorde wie alle anderen.
Textlich geht’s natürlich um Polizeigewalt, Antifaschisten, die Working Class, das Jungbleiben, und die EZLN. Da fragt man sich schon manchmal, ob die Bands eigentlich keine anderen interessanten Themen haben, als immer nur über die gleichen fünf Themen zu singen? Aber egal.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass eine Band wie Enraged Minority live Spaß machen kann. Mit der einen Faust in der Höhe mitgrölen, während die andere Hand ein Bier festhält. Auf CD ist’s aber nur okay. [Martin]

PANKERKNACKER
ENRAGED MINORITY | „s/t“
Auferstanden aus den Ruinen von Senseless, der coolsten Punkrockband Rheinfeldens, starteten Enraged Minority um der Welt ihren Hass mit erhobener Faust entgegenzuschreien.
Mittlerweile sind die anfänglichen Takt- und Technikschwierigkeiten gänzlich verschwunden und die Jungs machen live wie auf Platte eine gute Figur. Was anderes dürfte ich jetzt auch nicht behaupten, da das ganz gemeine Schlägerskinheadtypen sind. Die Platte kommt auf jeden Fall druckvoll.
Thematisch geht’s um die EZLN, Grauzonespacken, Kapitalismus, die Arbeiterklasse usw., musikalisch untermalt mit Streetpunk und eindeutigen OldSchool-Hardcore-Einflüssen.
Enraged Minority füllen mit diesem Album eine Lücke in Dummland, nämlich SkinheadMucke mit Inhalt zu machen, was vermutlich auch für ihren Erfolg spricht! Ich gönns den Jungs, schau sie mir heute Abend mal wieder live an und lass mich danach von ihnen unter den Tisch trinken! Oi!

SUBCULTURES
ENRAGED MINORITY | „s/t“
Wem geht es nicht auch oft so? Man hört erstmalig ne Band auf nem Konzie, klingt ganz gut und man erwirbt voller Erwartungen ne CD. So ging es mir nun auch bei „Enraged Minority“.
Natürlich sind Leute mit einer solchen Musikrichtung und so klaren Aussagen ne Minderheit, keine Frage. Man kann ihre Mucke Streetpunk oder Oi! nennen, wie man will. Sie treten mit Bands wie „Talco“, „Los Fastidios“ oder „The Offenders“ auf und damit ist schon fast alles gesagt über die Inhalte? Nicht ganz.
Wer eher auf musikalischen Abwechslungsreichtum steht, wird nicht so seine Freude an der Scheibe haben. Hier kommt schneller Streetpunk, fett ins Gesicht mit aussagekräftigen Texten. Die Singalongs gehen erst mit der Zeit ins Ohr, sind aber ganz gut und man wird nicht von einem dauernden Oi!Oi!-Gerufe genervt. Insgesamt gibt es wenig technischen Schnickschnack wie Intros vor jedem Lied. Im Grunde sind alle Lieder ähnlich mitreißend gespielt. Meine Favoriten nach drei-viermal Hören sind „Antifacists“, „Working Class“ und „Customs Officers“.
Das Spektrum der Inhalte könnte ein bisschen weiter gesteckt sein, was den Texten wahrscheinlich auch guttun würde. Wer aber mal seine Wut gegen bestimmte Verhältnisse rauslassen will, dem werden die kraftvollen Riffs und klaren Inhalte zusagen.
Für Freunde von „Los Fastidios“, die auch mal ohne SKA-Einsprengsel auskommen, sicher ein heißer Tipp. Für ne Band, die erst seit 2007 existiert, schon ne gute Vorlage.